Die Behns seien "Inselfriesen" gewesen, die in Ostpreußen angesiedelt wurden. Vom Klang des Namens her ist das möglich. Soll das auch heißen, sie waren Mennoniten? Die Saga der Behns ist besonders versponnen, meine Großmutter Edith Behn hat an ihr gestrickt und die hatte, wie meine Mutter zu sagen pflegte, "eine blühende Phantasie".

Fünf Generationen Frauen aus Toruñ in Polen, jeweils Mutter und Tochter, sind unsere Vorfahrinnen. Sie waren „Wohnpolen“, Staatsbürger des Königreichs Polen, aber von deutscher Sprache und evangelisch-lutherischer Konfession. Sie haben sich niemals integriert, obwohl sie sicher Polnisch verstanden.

Johan Deutzman, geboren ca. 1655, gestorben 1724 in Thorn

Er hat es nie verstanden, woher seine Probleme kamen. Probleme mit den Polen – klar, das konnte man haben. Die Polen hatten eine andere Sprache, eine andere Gesellschaft, sie hatten ihren Adel, die Schlachta, und daneben abhängige Bauern. Unweigerlich gab es da für einen deutschen Bürger und Handwerksmeister Probleme. Das verstand er. Auch Probleme mit der katholischen Kirche – klar, die hatte man immer, wenn man gut lutherisch war. Die musste man sogar haben! Dieser papistische Gottesdienst, die vielen Heiligen, der Prunk der Priesterkleidung, die Bilder und Altäre – wenn man dagegen war, hatte man natürlich Probleme. Und da die Polen meistens Katholiken waren und da sie im Lande die Mehrheit waren, da das Königreich ein polnisches Königreich war, musste man damit rechnen, mit den ganz normalen Problemen. Das war selbstverständlich und das konnte er, Johann Deutzschman, ganz gut.

Die schöne Anna Behn, verh. Romberg

Sie ist 1845 in Aachen geboren als erstes Kind des Regimentsarztes Behn. Ihre Eltern waren kurz nach der Heirat nach Aachen versetzt worden. Der Vater kam vom Friedrich-Wilhelm-Institut in Berlin und wurde mit dem Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 34 nach Aachen verlegt. Annas Paten – natürlich wurde sie vom evangelischen Militärpfarrer getauft, auch mitten im katholischen Aachen – gehören alle zur Armee. Die geschlossene Welt des Militärs ist besonders geschlossen in diesen Jahren: die Aachener lieben die preußischen Regimenter nicht, die in diesen Vor-Revolutionstagen extra aus Pommern hierherverlegt worden sind. Es gibt Prügeleien zwischen Bevölkerung und Soldaten. Das Regiment wurde noch vor 1849 nach Köln verlegt, wo’s aber wohl auch nicht besser war.

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