Die Allendorf-Saga

Die Allendorf –Saga erzählt die Herkunft einer meiner Urgroßmütter, der Friederike Philippine von Mering, geb. Allendorf. Ihr Vater Karl Allendorf war zwischen 1840 und 1873 Glaser in Koblenz. Er stammte aus einer Handwerkerfamilie in Artern am Kyffhäuser. Ihre Mutter hieß Philippine Zimmermann und stammte aus einer evangelischen Handwerkerfamilie in Bacharach am Rhein. Sowohl Artern als auch Bacharach und Koblenz waren 1815 preußisch geworden.

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Ein zünftiger Rechtsstreit aus dem 18. Jahrhundert

Zuerst veröffentlicht in: Aratora, Zeitschrift des Vereins für Heimatkunde, Geschichte und Schutz von Artern e.V., Bd. 15 (2005), S. 136:

Ein zünftiger Rechtsstreit aus dem 18. Jahrhundert:

Wie der Arterner Bäcker Johann Gottfried Meyer (15. 11. 1740 – 11. 3. 1799) um seine Existenz kämpfte

Brauchen wir noch den Meisterbrief in der Europäischen Union? Die andern europäischen Staaten kennen ihn gar nicht. Von uns Deutschen wird gefordert, unsere Einstellung zum Handwerksrecht zu überdenken. Leicht könnte es scheinen, als werde damit eine 700jährige Tradition zum ersten Mal und dazu noch vom Ausland her in Frage gestellt. Aber so ist es natürlich nicht. Fragen an die Praxis des Meisterrechts hat es immer gegeben. Im Stadtarchiv Artern sucht Frau Loeschmann für mich eine Akte aus dem Jahr 1766[1] heraus. Die heißt: Das von Johann Gottfried Meyern bey der Weißbecker-Innung allhier ohne Beobachtung des MuthJahres gesuchte Meister-Recht betreffend.  Die Akte beschreibt einen Konflikt zwischen einem jungen Mann, meinem Vorfahren Johann Gottfried Meyer, und der Bäcker-Innung von Artern. Johann Gottfried Meyer hatte Mut.

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Brückenschlag über fünf Generationen

Zuerst veröffentlicht in: ARATORA 13, 2003, Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Schutz Arterns, hrsg. von Klaus und Andreas Schmölling, S. 43 - 51

Wie weit bin ich von dem Mädchen entfernt, das im Jahr 1786 in Artern das Licht der Welt erblickt! So ein Haus wie das Weißbäckerhaus Meyer gibt es ja gar nicht mehr, auch wenn ich den Duft von frischen Kuchen und von gedörrtem Obst noch kenne und mich erinnere, wie er alle Räume eines Hauses durchziehen kann. Es ist dieser Duft, der die niedrige Stube im Haus in der Altstadt von Artern seit 20 Jahren imprägniert hat, die Stube, in der die Bäckersfrau Maria Eleonora Meyer, geb. Zeise, gerade entbindet. Alle Balken, alle Stoffe riechen nach Milchsemmeln und Pfannkuchen, und gerade jetzt im September erwärmt das Haus der Hauch der getrockneten Birnenschnitze, denn es ist ein Weißbäckerhaus.

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