Die arme Catharina Henry

Zuerst veröffentlicht in: GELDRISCHER HEIMATKALENDER 2002, hrsg. vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend, S. 292ff

Die arme Catharina

Seit wann ich sie so nenne, weiß ich nicht. Ich habe es mir einfach angewöhnt, sie bei mir selbst "die arme Catharina" zu nennen. Dabei kenne ich sie gar nicht. Sie ist eine meiner acht Ur-Urgroßmütter.Vielleicht ist Julie Behn, geb. Zelter, eine andere Ur-Urgroßmutter, viel mehr zu bedauern. Sie lebte kürzer als Catharina, ihre Verwandten waren zum Teil Trinker, ihr Mann starb in einer  Nervenheil­anstalt, nachdem sie gerade noch sein letztes Kind zur Welt gebracht hatte. Oder Charlotta Justina Liebert, geb. Zytowski: Ihr Mann verließ sie nach 18-jähriger Ehe, sie blieb mit fünf noch unerwachsenen Kinder und der verschuldeten Bäckerei zurück. Klara Augu­ste Liebscher, geb. Nathusius, verwitwete mit 51 Jah­ren und mußte das vertraute Pfarrhaus mit ih­ren noch "minorennen" Kindern verlassen. Zu den­ken wäre auch an eine weitere Ur-Urgroßmutter, Johanna Friederike Eberhardt, geb. Weis­heit, die nach dem frühen Tod ihres jungen Mannes ihre beiden kleinen Kinder als Waschfrau aufzog. Waren die nicht alle "arm"?

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Unser Urgroßvater Peter von Mering

Es gibt ein liebes Buch von James Krüss: "Mein Urgroßvater und ich". Ich habe es mit meinem Sohn gelesen, ich sah es neulich bei meinen Enkeltöchtern. Meine Enkeltöchter kennen zwei Urgroßmütter, aber keinen Urgroßvater. Und auch ich habe meine Urgroßväter nie gesehen.

Gelegentlich wird in Gesprächen die Wendung "mein Urgroßvater" gebraucht. Dabei erscheint er als eine besonders bemerkenswerte Person. Daß man vier von ihnen hat, weiß zwar jeder, aber es ist meistens nicht bewußt. Obwohl noch so nah, Großväter der Eltern, sind die Urgroßväter schon so fern. Und untereinander haben zwar oft die Großväter sich noch gekannt, kaum aber die vier Urgroßväter.

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Das Königliche Heroldsamt und die Merings

Nach dem Großen Brockhaus von 1979 ist ein Heroldsamt in Monarchien eine Behörde zur Aufsicht über das Adels- und Wappenrecht sowie zur Führung der Adelsmatrikel.

Am 18. Januar 1826 hatte der Preußische König in einer "Allerhöchsten Cabinets-Ordre" die "Wiederherstellung der Adelsrechte" in den linksrheinischen Preußischen Provinzen verfügt, was in der Gesetz-Sammlung für 1826 unter Nr. 3 auf Seite 17 nachzulesen ist. Damit wollte er wohl um das Vertrauen seiner zum Teil neuen Untertanen werben. Die Adeligen unter ihnen hatten nämlich in der "Fränkischen Republik" zwischen 1797 und 1804 ihre Adelsrechte verloren. Nun sollte alles wieder ins Lot kommen.

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Bildnis eines preußischen Grenzaufsehers um 1846

Zuerst veröffentlicht in: GELDRISCHER HEIMATKALENDER 2003, hrsg. vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend, S. 290ff

Bildnis eines preußischen Grenzaufsehers um 1846 auf Wachgang an der niederländischen Grenze

(Franz Mering, geboren 13. 6. 1803 in Kopenhagen, gestorben 5. 10. 1869 in Koblenz )

Da geht er über die Heide von Herongen, mit dem geübten Schritt des Infanteristen, im zugeknöpften Oberrock militärischen Schnitts, in der grauen Tuchhose mit der roten Biese an der Seitennaht, mit dem schwarzen Halstuch ohne Schleife, das der Vorschrift gemäß[1] den Hemdekragen ganz und gar verdeckt, mit dem Brustschild, an dem er identifiziert werden kann. Auf dem Kopf trägt er die schwarz bezogene Mütze, über der linken Schulter nach der rechten Hüfte hin gerollt den Mantel[2], denn es ist Herbst und die Nacht wird schon kalt. Das Wichtigste fehlt natürlich nicht: das geladene Füsilier-Gewehr mit dem blanken Bajonett, die Patronentasche mit sechs Patronen[3]. Franz Mering hat Schießbefehl.[4]

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Ein Professor von Mering in Halle

Zuerst veröffentlicht in: EKKEHARD, Familien- und regionalgeschichtliche Forschungen, Hallische Familienforscher "EKKEHARD" e.V., Neue Folge 14 (2007), Heft 2.

 

Manchmal muss man eine Ausnahme machen. Eigentlich schreibe ich nur über meine direkten Vorfahren. Aber meinen Hallischen Freunden vom EKKEHARD zuliebe will ich im Jahr des Stadtjubiläums 2006 eine Hallenser Geschichte bearbeiten. Da ich über meinen einzigen Vorfahren in Halle, den Sanduhrmacher Johann Christoph Wagner[1], noch nichts herausbringen konnte, wähle ich den Medizinprofessor Joseph von Mering. Immerhin ist er mit mir verwandt – ich bin eine geborene von Mering und der Professor ist ein Vetter dritten Grades von meinem Urgroßvater. Vor allem aber gehört er nach Halle: siebzehn Jahre, von 1891 bis 1908, hat er in Halle gewirkt.

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