Ehlert-Saga

Die Ehlert–Saga erzählt die Herkunft einer meiner Urgroßmütter, der Kaufmannstochter und Offiziersfrau Martha Ehlert, verheiratete Behn. Es ist die Saga von Leuten ohne Berufstradition, ohne Ortstradition. Die Ehlerts, ihre Verwandten und Nachkommen waren anscheinend Menschen, die eine sich bietende Gelegenheit zu ergreifen wussten – es scheint mir aber auch, dass sie jede sich bietende Gelegenheit ergreifen mussten, weil sie selten eine sichere Ausbildung erhielten. Ehlert soll in Ostpreußen ein sehr häufiger Name sein. Meine Ehlerts sind anscheinend nach der zweiten Polnischen Teilung erst nach Westpreußen eingewandert, möglicherweise als preußische Soldaten oder kleine Händler. Es hat etwas Verwunderliches, dass ausgerechnet Martha Ehlert, die Nachkommin dieser bescheidenen Familien, die reichste meiner vier Urgroßmütter gewesen ist.

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Hässlich

…. daß ich von jung an lebensgern schöne Menschen sah…

Das gesteht meine Großmutter Edith in ihren „Familienplaudereien“. Sie sorgt sich, dass man sie deswegen für oberflächlich halten könne. Aber sie kann nicht davon lassen. Sie beurteilt die von ihr beschriebenen Familienmitglieder danach: schön oder hässlich. Zu dieser Zeit ist sie nicht etwa jung: sie ist 60 Jahre alt. Auch später, als sie in unserer Familie lebte und ich so oft mit ihr plauderte, war das ein Thema: Wie kommt es nur, dass zwei Menschen einander sehr ähnlich sehen können und doch: der eine ist schön, der andere hässlich.

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Der Traum von der guten Zeit

Was bewegt Frauen dazu, Familiengeschichte zu schreiben? Ich persönlich, geboren 1938 in Saarbrücken, neige zu der Ansicht, dass der frühe Verlust meines Vaters mich motiviert hat. Das trifft dann aber nicht auf die beiden andern Frauen unserer Familie zu, die Familiengeschichte geschrieben haben. Deren Väter – und auch die Mütter – haben lange gelebt.

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