EKKEHARD, Familien- und regionalgeschichtl. Forschungen, Hallische Familienforscher, Neue Folge 8 (2001) Heft 2, S. 56ff

Der Fechtmeister

(August Theodor Heinrich Eberhardt, geb. 2. 7. 1855, gest. 20. 1. 1928)

Mein Urgroßvater August Theodor Heinrich Eberhardt ist am 2. Juli 1855 in Arnstadt/ Thüringen als Sohn des Zeugschmiedemeisters August Eberhardt und dessen Ehefrau Johanne Friederike, geborene Weisheit, zur Welt gekommen[1]. Er hat am 20. Juni in Oberröblin­gen am See Clara Johanna Liebscher, die Tochter des Pfarrers Friedrich Heinrich Franz Liebscher und dessen Ehefrau Clara Auguste Maria Nathusius geheiratet[2]. Dieser Ehe entsprangen sie­ben Kinder[3]. Mein Urgroßvater ist ge­storben am 20. Januar 1928 in Köln in der Wohnung Zugweg 12[4], die auch meine Mutter noch als Wohnung seiner Witwe, der Urgroßmutter Jo­hanna, gekannt hat. Die Urgroß­mutter hat ihren Mann, der mit 72 Jahren starb, weit über­lebt. Ich selbst als Vierjäh­rige habe sie noch gesehen im Haus meines Großvaters von Me­ring in der Bismarckstr. 3 im heutigen Kölner Stadtteil Rodenkirchen. Sie starb[5] im für unse­re Familie schrecklichen Jahr 1944, wenige Monate nach ihrem Schwie­ger­sohn Carl, meinem Großvater, und wenige Monate vor ihrem Enkel Eberhard von Me­ring, meinem Vater.

Johann Andreas Kühmstedt war "ein Jäger aus Berka". War er ein fescher Mann in Jägeruniform, mit dem Hirschfänger an der Seite? Ein solcher Jäger wie der, mit dem Schneewittchen in den Wald geschickt wird? Ein Mann, der mit fachlicher Eleganz der bösen Königin das Herz eines Frischlings bringt statt des Prinzessinenherzens? Dass ich einen Jäger unter meinen Vorfahren habe, hat meine Phantasie beflügelt.

Die Liebscher-Saga ist die Geschichte des Akademiker-Stamms unter meinen Vorfahren – oder bescheidener ausgedrückt: des Lehrer – und Pfarrerstamms. Doch gibt es unter den Verwandten dieser Lehrer und Pfarrer auch Ärzte und Verwaltungsjuristen. Damit hebt sich die Familie Liebscher von sechs der andern Urgroßeltern-Stämme ab: von den Windmüllern Liebert und Saur, von den Kaufleuten und Angestellten Eberhardt und Ehlert und von den Handwerkerstämmen Allendorf und Behn. Ein Arzt kommt bei den Behns im 19. Jahrhundert vor. Die von Merings weisen in unserer Vorfahrenlinie vor unserem Vater nur drei Universitätsabsolventen auf.

Zuerst veröffentlicht in: EKKEHARD, Familien- und regionalgeschichtl. Forschungen, Hallische Familienforscher "EKKEHARD" e.V., Neue Folge 8 (2001) Heft 1, S. 1ff

Anna Bender, verw. Hornschuh, geb. Francke, get. 28. 8. 1600, gest. ca 1649.

"Du bist eine Städterin," hat in Izmir einst der Architekt Ziya Bilgin zu mir gesagt. Leider weiß ich nicht mehr, aus welchem Anlaß. Weil ich eine Mietwohnung dem Häuschen im Grünen vorzog? Weil ich eine gewisse Freiheit von sozialem Zwang brauche? Weil unberührte Natur mir eher Angst macht, als daß sie mich begeistert? Weil Anonymität für mich kein Schreckgespenst ist? Ich weiß es nicht mehr. Und ich weiß auch nicht, ob es stimmt. Ich habe mich in Hamburg, in Wien, in Izmir und Istanbul sehr wohlgefühlt. Aber habe ich nicht auch das Dorf meiner Kindheit, Varenesch, in guter Erinnerung? Und lebe jetzt gerne in Ammersbek?

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